Bildgestaltung in der Erotik
„Es gibt nur zwei Arten von Fotos und/oder Videos, und Foto- und/oder Videografen. Nämlich die Guten und die Schlechten. Schlechten" Erotikfotografen sind fantasielos und ängstlich bei der Arbeit. Sie kopieren lieber, als das sie selbst kreativ sind. Beim Gestalten erleiden sie eher Schiffbruch, als dass sie wirklich brauchbare Ergebnisse erzielen.
Gute Fotografen sind im Gegenteil dazu ständig auf der Suche, sich zu verbessern, neue Mittel fotografischer Ausdrucksformen zu finden, oder mit zur Verfügung stehenden Mitteln ihre Leistung zu verändern." Bildgestaltung ist die Idee oder Aussage, die sich subjektiv in der Aufnahme versteckt. Bildgestaltung ist individuell und grundsätzlich an keine Regeln gebunden, außer, dass auch hier wieder in gut oder schlecht kategorisiert werden kann. Lediglich der Bildaufbau entscheidet über gutes Gelingen von Aufnahmen.
Grundsätzlich existieren beim Fotografieren oder Filmen keine Regeln. Im allgemeinen oft angewendete Gestaltungsmöglichkeiten und sich oft wiederholende Arten unterstützender Gestaltungsmöglichkeiten werden gern als Regel bei der Bildgestaltung ausgelegt. Natürlich gibt es festgelegte Gestaltungselemente wie zum Beispiel den „Goldenen Schnitt“, den wir an anderer Stelle ausführlich besprechen, jedoch sind wir in unserer Art und Weise der Bildgestaltung und des Bildaufbaus völlig frei.
Sicherlich achten wir darauf, dass wir bei der Bildgestaltung homogen arbeiten. Horizonte legen wir eben gern in das untere Drittel eines Bildes, unser Model setzen wir natürlich nicht in die Bildmitte, das würde langweilig wirken. Wenn es unsere Bildidee erfordert, dann sollte aber auch einmal Mut gezeigt werden, und so setzt man den Horizont auch schon mal nach oben, wenn es die Bildgestaltung erfordert und zulässt.
Nun könnte man zu der Feststellung gelangen, dass es eben gerade in unserem Genre ziemlich unsinnig sei, über Bildgestaltung zu diskutieren. Aber genau das sehe ich ganz anders. Gerade in der erotischen / pornografischen Fotografie sollte man eine vernünftige Bildgestaltung, eine sorgfältige Komposition nicht unterschätzen. Freilich, einen künstlerischen Akt zu gestalten ist weit aus aufwendiger, als eine Hardcoreszene an einer Almhütte in Szene zu setzen. Beides jedoch verlangt auf seine ganz eigene Art Bildgestaltung. Auf die Bildgestaltung bei der Aktfotografie möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, dafür gibt es andere Foren, die schon ausgiebig darüber dozieren. Aber, um bei dem Beispiel Almhütte zu bleiben, was ist denn überhaupt zu beachten. Nun gibt es wahrscheinlich genügend Fotografen, die darüber lächeln, dass man sich bei der pornografischen Fotografie überhaupt Gedanken über den Bildaufbau macht. Aber es ist eben nicht nur das draufhalten auf die primären Geschlechtorgane, das die Hardcorefotografie ausmachet. Man stelle sich einfach vor, der Ausschnitt einer Aufnahme ist so schlecht gewählt, das von der Almhütte alles zu sehen ist, das in der Totalen von unserem Model die Füsse abgeschnitten sind, und das Posing langweilig ist. Was haben wir damit erreicht ? Das der Betrachter unser Foto als schlecht empfindet !
Gut, dann nehmen wir ein anderes, positives Beispiel. Unser Girl am Strand. Sieh Dir die Fotos einmal in Ruhe an. Du wirst feststellen, das Posing stimmt, das Licht ist hervorragend (obgleich die Tageszeit als nicht optimal einzustufen war), die Location ist gut, und unser Model strahlt positive Stimmung aus. Sicherlich wird nun jeder einzelne Fotograf sein Foto, oder seine Videoaufnahme anders gestalten, und sicherlich wird bei jedem Fotografen ein anderes Ergebnis am Ende herauskommen. Und sicherlich werden auch andere Meinungen zu diesen Fotos entstehen.
Aber gerade das ist es doch, was wir bezwecken. Wenn dies so ist, dann haben wir unser Ziel erreicht. Es soll doch so sein, dass jeder Kreative seinen Betrachtungswinkel darstellt, seine Empfindungen in den Bildern reflektieren, und somit für sich entscheidet, was er als schön empfindet.
In vielen Erotik und Akt Foto Workshops und Situationen konnte ich immer wieder und stelle ich auch heute noch fest, wie unterschiedlich ein und die selbe Situation von verschiedenen Fotografen dargestellt wird. Meist ist es nur eine kleine Veränderung des Posings, eine kleine Veränderung der Wahl des Bildausschnittes, das Spiel mit dem Licht, und schon hat sich die ganze Situation in unserem Bild verändert. Wir stellen also fest, dass sich auch in unserem Genre sowohl schlechte als auch gute Fotos gestalten lassen, und wir uns selbstverständlich nicht auf einige wenige Bildkomponenten reduzieren, bzw. reduzieren lassen.
Sei bei Deiner Arbeit mit Deinem Model kreativ. Kreativ bei der Wahl der Location, der Vorgabe des Posings und eben bei Deiner Bildkomposition, dann hast Du mit Sicherheit am Ende genauso gute Ergebnisse, und ebenso viel Spass wie die vielen Fotografen, deren Bilder Du immer wieder in diversen Magazinen siehst.
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